Und ich warf die Psalmen nieder

Als sich deine Anschrift änderte.
An einer Wand die Tapete
noch in frischen Wellen,
dazwischen
eine quadratische Aussicht:
Vororthäuser in Reihe,
ich dachte an Waggons,
deren Räder vergessen,
und kein Zug.
Ein Zimmer weiter,
Kiste auf Kiste,
getürmt dein Davor,
an einer Stange
die verwaschenen Kleider
gejährter Sommer.
Und ich warf die Psalmen nieder,
was mich trug,
was ich trug,
mich.
Mit den Lippen
hobst du meinen Kopf.
Wir lagen auf Planen,
transparent,
im Laut, im Hall:
unsere Signaturen.

Achim Wagner

(c) yedermann Verlag


Buchempfehlung: vor einer ankunft. von Achim Wagner
yedermann Verlag, München September 2006

(Lyrikmail #1416 )